Fakultät für Chemie und Pharmazie

Leibniz-Preis der DFG - LMU-Biochemiker Karl-Peter Hopfner ausgezeichnet

Strukturbiologe Klaus-Peter Hopfner erhält den Leibniz-Preis für „seine herausragenden strukturbiologischen und genombiologischen Arbeiten, mit denen er wegweisende Beiträge auf dem Gebiet der DNA-Reparatur und der zellulären Erkennung fremder Nukleinsäuren geleistet hat“, so die DFG. (Foto: Jan Greune / LMU)

Karl-Peter Hopfner untersucht, wie die Zellen des Körpers unablässig Schäden an der DNA beheben, die die Erbinformation zu zerstören drohen. Jetzt bekommt er für seine Arbeiten den wichtigsten deutschen Forschungspreis.

 

Die Zahl ist unvorstellbar groß: Rund 100.000 Schäden entstehen täglich an der DNA – in jeder einzelnen Zelle des Körpers. Solche Fehler in der Erbsubstanz können zu schwerwiegenden Entgleisungen in den Zellen führen und Auslöser für Krebs, Erbleiden oder vorzeitige Alterung sein. In der Evolution haben sich darum hocheffiziente zelluläre Reparaturmechanismen entwickelt, die versuchen, jeden dieser Fehler wieder zu beheben. Karl-Peter Hopfner untersucht am Genzentrum der LMU die komplexen molekularen Maschinen, die in den Zellen Fehler erkennen und reparieren beziehungsweise defekte Bausteine entfernen. Mit modernsten Verfahren wie Röntgenkristallographie oder Kryo-Elektronenmikroskopie klärt er Struktur und Funktionsweisen der Molekülkomplexe auf – die Voraussetzung, um daraus Therapien und Medikamente ableiten zu können. Jetzt hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft Karl-Peter Hopfner mit einem der diesjährigen Leibniz-Preise geehrt.

Mit der Auszeichnung würdigte das Preiskomitee „seine herausragenden strukturbiologischen und genombiologischen Arbeiten, mit denen er wegweisende Beiträge auf dem Gebiet der DNA-Reparatur und der zellulären Erkennung fremder Nukleinsäuren geleistet hat“, heißt es in einer Erklärung der DFG. Hopfner habe entscheidende Arbeiten zur DNA-Doppelstrangbruchreparatur geleistet und den Mechanismus eines Sensors für DNA-Schäden entschlüsselt sowie substanziell zur Beantwortung der Frage beigetragen, wie zelluläre Sensoren des angeborenen Immunsystems bei Infektionen virale oder bakterielle Nukleinsäuren erkennen.

Karl-Peter Hopfner ist Professor für Biochemie am Genzentrum der LMU. Hopfner, Jahrgang 1968, studierte Biologie an der Universität Regensburg und der Washington University in St. Louis, USA, und promovierte in Biochemie an der Technischen Universität München. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Biochemie und am Scripps Research Institute in La Jolla, USA, bevor er 2001 Professor am Genzentrum wurde. Seit 2007 ist er Lehrstuhlinhaber und seit 2015 Direktor des Genzentrums. Karl-Peter Hopfner wurde für seine Forschung vielfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 2012 einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats.

Der Leibniz-Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung in der deutschen Wissenschaft, in diesem Jahr bekommen ihn 10 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro können die Ausgezeichneten bis zu sieben Jahre lang für ihre wissenschaftlichen Arbeiten verwenden.

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