Fakultät für Chemie und Pharmazie

Bettencourt Prize: Renommierte Auszeichnung für Veit Hornung

Professor Veit Hornung, Foto: Jan Greune / LMU

Der Immunologe Professor Veit Hornung vom Genzentrum der LMU ist für seine Forschung zu Mechanismen des angeborenen Immunsystem, "fremdartige" molekulare Muster zu erkennen, mit dem Liliane Bettencourt Prize for Life Sciences ausgezeichnet worden.

 

Sein natürlicher Abwehrmechnismus ermöglicht es dem Körper, unmittelbar auf Infektionen zu reagieren – etwa durch Entzündungen, einer wichtigen Abwehrstrategie des menschlichen Immunsystems. Eine zentrale Rolle spielen hier bestimmte Rezeptoren des angeborenen Immunsystems, die darauf spezialisiert sind, „fremdartige“ molekulare Muster von Viren oder Bakterien zu erkennen. Die Aktvierung dieser Rezeptoren setzt Abwehrmechanismen in Gang, die dann darauf abzielen, diese Krankheitserreger zu bekämpfen. Es kann aber auch zu einer fehlerhaften Aktivierung dieser Systeme kommen, wenn diese Rezeptoren auf körpereigene Signale reagieren. Der Organismus verhält sich dann, als ob er tatsächlich von Krankheitserregern angegriffen wird, obwohl dies nicht der Fall ist. Diese fehlerhafte Aktivierung kann schließlich zu chronischen Entzündungserkrankungen führen, wie sie zum Beispiel bei der rheumatoiden Arthritis auftreten. Auch Erkrankungen, die typischerweise mit einem „westlichen Lebensstil“ vergesellschaftet sind, wie zum Beispiel Arteriosklerose oder Alterszucker, werden durch fehlgeleitete Entzündungsprozesse verstärkt. Veit Hornung versucht, die molekularen Mechanismen und die Auslöser zu verstehen, die bei Unterscheidung von fremd oder eigen durch das angeborene Immunsystem wirksam sind. Dieses Verständnis könnte die Entwicklung von Therapieansätzen ermöglichen, die helfen können, bestimmte chronische Erkrankungen zu verhindern.

Mit dem Liliane Bettencourt Prize for Life Sciences zeichnet die französische Fondation Bettencourt Schueller jedes Jahr Forscher bis maximal 45 Jahre aus, die durch ihre herausragenden Publikationen im Bereich der Lebenswissenschaften in der internationalen Wissenschaftscommunity wichtige Bedeutung erlangt haben.

Der Preis ist mit 300.000 Euro dotiert.

Die Fondation Bettencourt Schueller wurde 1987 ins Leben gerufen mit dem Ziel, Forschung in den Lebenswissenschaften zu fördern.