Fakultät für Chemie und Pharmazie

Vom Ursprung der biologischen Evolution - Blick in die Zelle zeigt frühes Protein aus der "RNA-Welt"

Nach der so genannten „RNA-Welt-Hypothese“ gab es früh in der biologischen Evolution eine lebende Welt ohne das Erbmolekül DNA. In dieser Zeit war wohl eine der DNA chemisch nahe verwandte Nukleinsäure, die RNA, das Maß aller Dinge: Sie war Speicher der Erbinformation und auch zentraler Katalysator der Lebensprozesse. Für diese frühe „RNA-Welt“ gibt es noch keine eindeutigen Beweise, doch verdichten sich die Hinweise. Einen wichtigen, bislang fehlenden Baustein für die Hypothese haben Professor Patrick Cramer, Leiter des Genzentrums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Mitglied der Leitung des Exzellenzclusters „Center for integrated Protein Science Munich (CIPSM)“, und seine Mitarbeiter Elisabeth Lehmann und Florian Brückner nun gefunden. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“ berichten, hat ein zentrales Enzym heutiger Organismen – und auch des Menschen – Fähigkeiten, die aus der Zeit der RNA-Welt stammen. „Das Enzym ist die RNA-Polymerase II“, sagt Cramer. „Im Kern ist sie nach unseren Ergebnissen wohl das älteste oder eines der ältesten Proteine.“

Nähere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der LMU.