Fakultät für Chemie und Pharmazie

m4 Award an Forscherteam von LMU und FAU: Förderung der Leukämieforschung

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine lebensbedrohende Krebserkrankung mit unbefriedigenden Heilerfolgen. AML geht nach gängiger Hypothese von Krebsstammzellen aus, aus welchen sich die Leukämieblasten bilden. Das Hauptproblem der unbefriedigenden Heilerfolge der derzeitigen Behandlung durch Chemotherapie sind neben den erheblichen Nebenwirkungen vor allem Rezidive. Diese entwickeln sich aus Krebsstammzellen, die durch die Chemotherapie nur schlecht eliminiert werden. AML umfasst zudem mehr als 20 verschiedene Unterklassen, die sich im Spektrum genomischer Veränderungen, im Ansprechen auf Therapien und im Krankheitsverlauf voneinander unterscheiden. Bessere Heilungserfolge werden durch neue Therapeutika erwartet, die auf die Unterklassen personalisiert, gezielt die Krebsstammzellen angreifen und eliminieren.

Hier setzt die Forschung von Professor Karl-Peter Hopfner vom Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und PD Fuat Oduncu von der Medizinischen Klinik der LMU, Standort Innenstadt, an. Zusammen mit Professor Georg Fey vom Department Biologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (FAU) entwickeln sie eine neue Generation von Antikörperderivaten zum Einsatz in einer personalisierten AML-Therapie. Hierfür wurden die Forscher heute mit einem für die Dauer von zwei Jahren mit rund 500.000 Euro ausgestatteten m4 Award ausgezeichnet.

Das im Zentrum ihrer Arbeit stehende trispezifische Antikörperderivat - das sogenannte Triplebody - erkennt zwei Oberflächenmoleküle auf AML-Zellen bzw. AML-Krebstammzellen, sowie ein Oberflächenmolekül auf natürlichen Killerzellen (NK-Zellen). Damit kann der Triplebody NK-Zellen sehr effizient und spezifisch an die AML-Stammzellen bringen, welche dann durch die NK-Zellen getötet werden. "Das neuartige Molekül ist speziell für den Angriff auf Tumorstammzellen entwickelt und soll somit die Problematik der Rezidive angehen", berichtet Hopfner. "Der duale Angriff auf zwei Oberflächenmoleküle hat zudem hohes Potenzial in einer auf die Unterklassen der AML personalisierten Therapie."

Der m4 Award ist ein Förderprogramm des Bayerischen Ministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es richtet sich an Forschungsgruppen in Bayern, die innovative Therapien und Technologien im Bereich der personalisierten Medizin entwickeln. Gefördert werden Projekte im Vorgründungsstadium, die ein hohes Verwertungspotenzial besitzen. Der m4 Award will Wissenschaftlerteams dabei unterstützen, mit ihren innovativen Produktideen den proof-of-concept zu erreichen. Neben der Projektförderung werden Mittel und Beratungskapazitäten bereitgestellt, um die Gründungs- bzw. Verwertungskonzepte weiterzuentwickeln. So sollen die Projekte die Fähigkeit zur Anschlussfinanzierung erreichen und idealerweise zur Gründung eines Unternehmens führen. Damit soll in Bayern die Zahl von hochqualitativen Ausgründungen, die den Zukunftsmarkt der Personalisierten Medizin adressieren, erhöht werden. Neben dem Forscherteam von LMU und Universität Erlangen-Nürnberg wurden noch vier weitere Forschergruppen aus Bayern mit dem m4 Award ausgezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der LMU.